Unicon-Stiftung

Spiritualität

Spiritualität vs. Spiritismus - Begriffsabgrenzungen
Aussagen aus dem Dritten Testament

Spiritualität vs. Spiritismus - Begriffsabgrenzungen durch Prof. Dr. Werner Schiebeler
Im deutschen Sprachgebrauch wird zwischen zwei Begriffen unterschieden, die ziemlich ähnlich klingen, nämlich zwischen “Spiritismus” und “Spiritualismus”.
1. Mit “Spiritismus” ist die Lehre vom Fortleben des Menschen nach dem irdischen Tod gemeint, ohne daß dabei zunächst ein religiöser Bezug beachtet wird. Wenn also z.B. bei einem Versuch paranormal ein Tisch zum Schweben gebracht wird und man den Eindruck hat, daß jenseitige Wesenheiten die eigentlichen Verursacher sind, so ist das ein spiritistisches Phänomen.
2. “Spiritualismus” dagegen ist die Lehre vom persönlichen Überleben des irdischen Todes und der Bindung an Gott. Er ist die Lehre von der Herkunft und Bestimmung des Menschen und der Verantwortlichkeit für seine Handlungen gegenüber Gott. Er ist die Lehre vom Nachrichtenaustausch zwischen Diesseits und Jenseits, zwischen der irdischen und der göttlichen Welt.
Im englischen Sprachraum wird zwischen diesen beiden Gebieten meist nicht streng unterschieden. Dort ist in der Regel mit “Spiritualism” auch das gemeint, was wir im Deutschen mit “Spiritismus” bezeichnen.
Im Sinne dieser Definition sind die sogenannten Offenbarungsreligionen, zu denen auch die Mosaische Religion und das Christentum gehören, ihrem Ursprung und Wesen nach spiritualistische Religionen, auch wenn sie den ursprünglichen Jenseitsverkehr jetzt nicht mehr ausüben. Zunächst sind aber die Lehren dieser Religionen durch Übermittlungen aus einer jenseitigen Welt an Menschen auf dieser Erde zustande gekommen. Auch Christus betont ja ausdrücklich (Joh. 12,49): “Denn ich habe nicht von mir selbst aus geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, der hat mir Auftrag gegeben, was ich sagen und was ich reden soll, und ich weiß, daß sein Auftrag ewiges Leben bedeutet. Was ich also rede, das rede ich so, wie der Vater es mir gesagt hat.”
Wir haben es also, nüchtern gesprochen, mit einem Nachrichtenaustausch zwischen zwei Daseinsbereichen mittels medialer Durchgaben zu tun, wobei “medial” bedeutet, daß ein menschlicher Mittler mit besonderer Begabung eingeschaltet war.
Aus: Werner Schiebeler: Die Zuverlässigkeit medialer Durchgaben und die Prüfung der Geister , WerSch Verlag Ravensburg, 1977, S.3

Viele Christen und besonders Theologen gehen, wenn sie die Worte Geister oder Spiritismus hören, sofort in Angriffshaltung. Sie meinen, daß es sich dabei um die Befragung von Toten handele. Und die habe Gott bereits vor 3000 Jahren dem Mose und damit auch uns verboten (3. Mos. 20,6): "Wenn sich jemand an die Totengeister und Wahrsagegeister wendet und sich ihnen hingibt, so werde ich mein Angesicht gegen einen solchen Menschen kehren und ihn aus der Mitte seines Volkes ausrotten."
Diese Christen wissen nicht, daß mit den Totengeistern die sog. geistig Toten, die gottfeindlichen Geistwesen gemeint sind. Mit denen soll man allerdings keine Verbindung aufnehmen, wie es die Satanisten damals und heute tun. Das Verbot betrifft aber keineswegs die Verbindungsaufnahme mit Gottes guter Geisterwelt.
Aus: Werner Schiebeler: Johannes Greber, sein Leben und sein Werk, Verlag Martin Weber, Schutterwald, 1998, S. 11

Aussagen aus dem Dritten Testament:
Spiritualismus und Spiritualisten
Der Spiritualismus zerstört Bräuche und Traditionen, die von Menschen eingeführt wurden und die die Geistseele aufgehalten haben. Spiritualismus ist ununterbrochene Entwicklung und Hebung der Geistseele, die sich mittels ihrer Fähigkeiten und Eigenschaften läutert und vervollkommnet, bis sie zu ihrem Schöpfer gelangt. Der Spiritualismus zeigt die Art und Weise, in der die Geistseele ihren Herrn zum Ausdruck bringt, Ihn fühlt und empfängt. Der Spiritualismus befreit die Geistseele und bringt sie zur Entfaltung. (DT 47,16)
Spiritualismus habe Ich die Offenbarung genannt, die zu euch vom Leben des Geistes spricht, die euch lehrt, mit eurem Vater direkt in Verbindung zu treten, und die euch über das materielle Leben erhebt. (DT 47,11)
Der Spiritualismus ist die Offenbarung, die euch alles enthüllt und lehrt, was ihr besitzt und in euch tragt. Er lässt euch erkennen, dass ihr ein Werk Gottes seid, dass ihr nicht nur Materie seid, dass es etwas über eurem 'Fleisch' gibt, das euch über die Ebene der Natur, die euch umgibt, und über eure Leidenschaften erhebt. (DT 47,23)
Der Spiritualismus ist keine Religion; er ist die gleiche Lehre, die Ich in der Person Jesu zur Orientierung aller Menschen aller Zeiten auf der Welt verbreitete. Es ist Meine Lehre der Liebe, der Gerechtigkeit, des Verstehens und der Vergebung. (DT 47,14)
Spiritualismus ist das Ziel, das der Mensch anstreben soll, da er dadurch imstande sein wird, voll und ganz mit seinem Gewissen eins zu werden, und schließlich das Gute vom Bösen unterscheiden kann. (DT 34,61)
Der Spiritualismus ist die in ihrer Schlichtheit reinste und vollkommenste Lehre, ist das Licht Gottes, das in dieser 'Dritten Zeit' zum menschlichen Geist hernieder kommt. (DT 47,10)
Ihr müsst den Spiritualismus zur Anwendung bringen, um Meine Wahrheit zu entdecken; denn die Menschheit hat sich in so viele Glaubensbekenntnisse und Weltanschauungen gespalten. (DT 7,50)
Euch Spiritualisten vertraue Ich die Aufgabe an, jene Barriere, die die Menschheit zwischen Gott und ihr auftürmte, niederzureißen – eine Barriere aus falschem Glauben, nur scheinbarem Glauben an das Ewige, aus Vermaterialisierungen und unnötigen Kulthandlungen. (DT 60,86)
Doch Ich sage euch, dass der Zusammenschluss zwischen den Spiritualisten des ganzen Erdkreises nicht durch die Organisation einer neuen Kirche geschehen wird, denn ihre Stärke wird nicht materiell sein. Ihre Einheit wird gedanklich, ideell und bezüglich ihres Wirkens bestehen, und auf diese Weise wird ihre Kraft unbesiegbar sein, da sie diese aus der Ewigen Quelle bezogen haben, die in Meinem Geiste ist. (DT 47,41)
Der gute Spiritualist wird jener sein, der sich bei aller Armut an materiellen Gütern als Herr, reich und glücklich fühlt, weil er weiß, dass sein Vater ihn liebt, dass er Geschwister zum Lieben hat, und dass die Schätze der Welt neben den Reichtümern der Seele zweitrangig sind.
Auch jener wird ein guter Spiritualist sein, der als Eigentümer materieller Güter diese für gute Zwecke zu verwenden weiß und sie als Mittel gebraucht, die ihm von Gott gegeben wurden, um eine wichtige Mission auf Erden zu erfüllen. (DT 47,25-26)