Unicon-Stiftung

Das Leben im Jenseits

Dies ist die Zeit, in der die Menschheit für die Schönheit des Geistes erwacht, in der sie sich für das Ewige interessiert und sich fragt: Wie wird das Leben sein, das uns nach dem Tode erwartet? Wer hat sich noch nicht gefragt – wenn er auch noch so ungläubig ist – ob in ihm etwas vorhanden ist, das den Körper überleben wird? In Wahrheit sage Ich euch, daß es niemanden gibt, der jenes Geheimnis nicht ahnt oder der nicht einen Augenblick über das Unergründliche nachdenkt. In Bezug auf das Geheimnis des Geistigen Lebens, das fern zu sein scheint und das in Wirklichkeit vor euren Augen ist, stellen sich die einen Fragen, geraten andere in Verwirrung und wieder andere leugnen es. Einige reden, da sie alles zu wissen glauben, und andere schweigen und warten ab. Doch wie wenige sind derer, welche wahrhaftig etwas über das Jenseits wissen.
Ich enthülle euch, was eurer Auslegung verborgen war, denn Ich will nicht, daß ihr das ignoriert, was grundlegend in eurem Leben ist: Die Unsterblichkeit eurer Seele, ihr immer aufwärtsführender Weg und ihr Endziel in Mir.
Eure Seele besitzt das ewige Leben, das ihr durch den Göttlichen Geist übertragen wurde, und das einzige, das an ihr sterben wird, wird die Hülle, das Fleisch sein, welches sie verlassen wird, um aufsteigen zu können. Sie wird auch die Sünde sterben sehen – falls sie diese in sich trägt – und die Finsternis der Unwissenheit wird von ihr abfallen wie eine leblose Frucht. Aber die Seele wird, nach jedem dieser Sterbevorgänge, die sie an sich erlebt, ohne selbst zu sterben, sich stärker, bewußter, leuchtender und reiner erheben. (BdWL 5, S. 77)

Das Ziel jeder Seele ist es, nach ihrer Läuterung und Vervollkommnung sich mit der Göttlichkeit zu verschmelzen. Deshalb überflute Ich euch mit Licht und gebe eurem Geiste Kraft, damit ihr Stufe um Stufe aufsteigt. Entsprechend dem geistigen Entwicklungsgrad, den ihr besitzt, wenn ihr diese Erde verlaßt, wird die geistige Wohnung sein, in der ihr im Jenseits lebt, denn das Universum wurde als eine Schule der Vervollkommnung für den Geist geschaffen. (BdWL 5, S. 80)

Heute erhebt sich leuchtend vor jedem Geiste die Leiter, die Jakob im Traume sah, und läd ihn ein, aufwärtszusteigen und die Geheimnisse kennenzulernen, die die Menschen nicht begreifen konnten. (BdWL 5, S. 34)

Wißt ihr, welche Bedeutung jene Leiter in sich birgt, die Jakob im Traume sah? Diese Leiter stellt symbolisch das Leben und die Entwicklung der Geister dar. Der Körper Jakobs schlief im Augenblick der Offenbarung, aber sein Geist war wach. Er hatte sich mittels des Gebets zum Vater erhoben, und als sein Geist in die Sphären des Lichtes eindrang, vermochte er eine Himmlische Botschaft zu empfangen, welche als ein Vermächtnis von Offenbarungen und geistigen Wahrheiten für sein Volk erhalten bleiben würde, das die ganze Menschheit umfaßt; denn 'Israel' ist kein irdischer Name, sondern ein geistiger.
Jakob sah, daß jene Leiter auf der Erde stand und daß seine Spitze den Himmel berührte. Dies zeigt den Weg des geistigen Aufstiegs, der auf der Erde in Verbindung mit dem Materiekörper beginnt und welcher endet, wenn das Licht und die Essenz seines Wesens mit der des Vaters verschmilzt, jenseits jedes materiellen Einflusses.
Der Patriarch sah, daß auf jener Leiter Engel auf- und niederstiegen, was das unaufhörliche Geborenwerden und Sterben darstellt, das fortwährende Kommen und Gehen der Seelen auf der Suche nach Licht oder auch mit der Aufgabe zu sühnen und sich zu läutern, um ein wenig höher zu steigen bei der Rückkehr in die Geistige Sphäre. Es ist der Weg der geistigen Entwicklung, die zur Vollkommenheit führt. Deshalb sah Jakob an der Spitze der Leiter die sinnbildliche Gestalt Jehovas, womit angezeigt ist, daß Gott das Ziel eurer Vervollkommnung ist, eurer Bestrebungen, und der höchste Lohn von unendlichen Freuden, als Belohnung für die harten Kämpfe, die langen Leiden und die Beharrlichkeit, zum Schoße des Vaters zu gelangen.
In den Wechselfällen seines Daseins und in den Prüfungen fand der Geist immer Gelegenheit, Verdienste zu erwerben, um aufzusteigen. Daher war bei jeder Prüfung immer die Jakobsleiter sinnbildlich dargestellt, welche euch einlud, eine Stufe höher zu steigen.
Jünger, groß war jene Offenbarung, denn in ihr unterrichtete man euch über das Geistige Leben zu einer Zeit, in der der Geist kaum erwacht war für die Verehrung des Göttlichen, des Reinen, Guten und Wahrhaftigen. (BdWL 5, S. 35)