Unicon-Stiftung

'Lebensfilm' und Prüfung

Glaubt ihr, daß Ich den strafen sollte, der Mich durch seine Sünden verletzte, obwohl Ich weiß, daß die Sünde denjenigen mehr verletzt, der sie begeht? Seht ihr nicht, daß der Sünder selbst es ist, der sich Böses antut, und daß Ich mit seiner Bestrafung nicht das Unglück vermehren will, das er sich bereitet hat? Ich lasse nur zu, daß er sich selbst erblickt, daß er die unerbittliche Stimme seines Gewissens hört, daß er sich selber befragt und sich selbst antwortet, daß er das geistige Gedächtnis zurückgewinnt, das er durch die Materie verloren hatte, und er sich an seinen Ursprung, seine Bestimmung und seine Gelöbnisse erinnert; und dort, in diesem Gericht, muß er die Wirkung des 'Feuers' erfahren, das sein Böses ausmerzt, das ihn von neuem wie das Gold im Schmelztiegel schmilzt, um von ihm das Schädliche, das Unnütze und alles, was nicht geistig ist, zu entfernen.

Wenn ein Geist innehält, um die Stimme und das Urteil seines Gewissens zu vernehmen – wahrlich, Ich sage euch, in dieser Stunde befindet er sich in Meiner Gegenwart.

Dieser Augenblick der Ruhe, des Stillewerdens und der Klarheit kommt nicht zu allen Seelen zur gleichen Zeit. Manche treten schnell in jene Prüfung ihrer selbst ein, und damit ersparen sie sich viele Leiden. Denn sobald sie zur Wirklichkeit erwachen und ihre Irrtümer erkennen, machen sie sich bereit und gehen sie daran, ihre bösen Werke bis zum letzten zu sühnen. Andere, die verblendet sind – sei es durch Laster, durch irgendeinen Groll, oder weil sie ein Leben der Sünden geführt haben – brauchen lange, bis sie aus ihrer Verblendung herausfinden. (BdWL 5, S. 79)