Unicon-Stiftung

Jesus und sein Wirken

Christus
Christus ist die höchste Manifestation der Göttlichen Liebe, ist das Licht, welches in den Regionen des Geistes das Leben ist, das Licht, das die Finsternis durchbricht und vor jedem geistigen Blick die Wahrheit aufdeckt, die Geheimnisse auflöst, die Tür öffnet und den Weg zur Weisheit, Ewigkeit und Vollkommenheit der Seele zeigt. (BdWL 4, S. 134)

Die Verklärung
Als einige Meiner Jünger der Zweiten Zeit die Verklärung ihres Meisters auf dem Berge Tabor erlebten, als sie schauten, daß zu Seiner Rechten Mose erschien und zu Seiner Linken Elia, da fielen sie zur Erde nieder, weil ihre Seelen vor der unvergleichlichen Größe dessen erschraken, was ihre Augen erblickten. Hernach wies Ich sie an, dieses Geheimnis zu bewahren, um es erst bekannt zu geben, wenn die Zeit dafür gekommen sei. Denn es war notwendig, daß Ich vorher diese Welt verließ, damit ihr verstehen solltet, wenn euch jene Erlebnisse (der Jünger) zur Kenntnis gebracht würden, daß sie euch von der Zukunft sprachen und dieselbe ankündigten. (BdWL 5, S. 17)

Jesu Opfertod
Nichts war Mir verborgen. Was konnten die Menschen gegen Mich anzetteln, das Ich nicht zuvor gewußt hätte? Alles war vorbereitet, wie es Mein Wille war, und so wie es sich abspielte, war es die von Mir bestimmte Art und Weise, um die Herzen zu überzeugen. – Man führte Mich zum Kreuz und entblößte Meinen Körper, man heftete Meine Hände und Füße an das Holz. Und dies ist das Symbol des Kreuzes: Das horizontale Holzstück ist die Sünde der Welt, die sich dem senkrechten Balken entgegenstellt. Letzterer strebt nach oben und zeigt auf die Höhen, die Sünde jedoch ist immer das Hindernis, sich zum Göttlichen zu erheben.

Ich wurde an jenes Holz genagelt, und als Mein Geist die Kälte der Herzen gewahr wurde, den Abscheu und hernach ihre Freude, als sie jenen gemarterten Körper sahen und das durch den Schmerz entstellte Angesicht, sprachen Meine Lippen jene Worte: 'Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.'
Nochmals ruhten Meine Augen auf der Menschenmenge, und Ich erkannte den einen oder andern von denen, die um Mich gewesen sind und die kurze Zeit zuvor Wundertaten empfangen hatten und Mich trotzdem nicht zu begreifen vermochten.
Ich sah in jenen Gesichtern weder Mitleid noch Liebe, weshalb Ich zur Menschheit sagte: 'Mich dürstet.' Es war nicht der Durst des Körpers, es war der Durst der Seele, der diese Worte aus Mir hervorbrechen ließ: Mich dürstet nach der Liebe der Menschheit! Ich sah in jenen, die weit davon entfernt waren, zu lieben, die Befriedigung, das Wohlgefallen daran, Mich bis zum Tode leiden zu lassen. Dann erbebte die Erde, die Sonne verbarg sich, und dies, weil Mein Geist den Körper Jesu verließ.
Meine Kinder betrachteten den Körper, auf den die ganze Last der Sünde und die Schande der Welt fiel, und der gemarterte Körper rief aus: 'Mein Gott, Mein Gott, warum hast Du Mich verlassen ?'

Hernach richtete Ich Meinen Blick auf das schmerzerfüllte Angesicht von Maria, auf Meinen Apostel Johannes und auf jene Frauen, die Maria begleiteten. Ich wußte, daß die Menschheit Mich anerkennen würde, und da Ich einen weiteren Beweis Meiner Liebe geben wollte, vertraute Ich alle Meine Kinder der Fürsorge und dem Schutze Marias an und sagte ihr: 'Weib, siehe, das ist dein Sohn!' und zu Johannes: 'Mein Sohn, siehe, das ist deine Mutter.' Es war Mein Vermächtnis, das Ich in diesem Augenblick der Menschheit hinterließ. Johannes vertrat 'den Sohn' die Menschheit. Maria wurde euch anvertraut, um ewig über alle Kreaturen zu wachen, sie zu trösten und zu beschützen.
Dann suchte Mein Blick jenen der voller Qualen schrie und der auch an ein Kreuz genagelt war: Dimas. Ich drang in Sein Herz ein und sah seine große Reue. Er sagte Mir: 'Dich, der du vollkommen bist, kreuzigen sie; hab Erbarmen mit mir Sünder!' Ich tröstete ihn und sagte ihm: 'Wahrlich, Ich sage dir, in wenigen Augenblicken wirst du mit Mir im Paradiese sein.
Der körperliche Tod näherte sich Jesus, und da sprach Ich diese Worte: 'Vater, in Deine Hände befehle ich Meinen Geist.' Ich zeigte euch, daß wir zum Vater zurückkehren müssen, sobald wir Seine Aufträge erfüllt haben. Mein Geist kehrte in Seine Gegenwart zurück, um sich mit Seinem Geiste zu vereinen.

Meine letzten Worte waren: 'Alles ist vollbracht.' Gesegnet das Herz, das ans Ziel seiner Lebensaufgabe gelangen kann, denn Ich werde es empfangen und es wird voller Gnade und Vollkommenheit sein.
Dies sind die sieben Worte, die die Welt Jahr für Jahr hört, ohne ihren geistigen Sinn zu verstehen.
Meine Jünger und Freunde kauften nach dem Tode Jesu den Körper frei, balsamierten ihn ein wie es der Brauch war und begruben ihn. Während der folgenden drei Tage stieg Mein Geist in die Welten hinab, in denen Mich die Seelen erwarteten, um ihnen Freiheit zu geben und ihnen den Weg zu zeigen. Die Erlösung erreichte auch jene Geschöpfe, die in der Finsternis lebten und ihren Heiland erwarteten.
Ich, Christus, offenbarte durch Jesus, den Menschensohn, die Herrlichkeit des Vaters, Seine Weisheit und Seine Macht… Diese Macht, welche nichts anderes als die Kraft der Liebe ist, wurde über die geistig Bedürftigen ausgegossen, damit sie dieselbe vollständig an andere weitergeben, dergestalt, daß Ich sie nicht für Meinen eigenen Körper verwandte, der sie in der Todesstunde auch benötigte. Ich wollte von Meiner Macht keinen Gebrauch machen, um die intensiven Schmerzen Meines Körpers zu vermeiden, denn Meine Menschwerdung geschah mit der Absicht, für euch zu leiden und euch einen greifbaren, göttlichen und menschlichen Beweis zu geben Meiner unendlichen Liebe und Meines Erbarmens mit den geistig Zurückgebliebenen, den Bedürftigen und den Sündern…
… Zwar hätte Meine Macht Meinem Körper jeden Schmerz ersparen können, aber welches Verdienst hätte Ich bei euch gehabt? Welches Vorbild hätte Ich den Menschen gegeben, wenn Ich von Meiner Macht Gebrauch gemacht hätte, um Mir den Schmerz zu ersparen? Es war notwendig, in jenen Augenblicken auf Meine Macht zu verzichten, der göttlichen Kraft zu entsagen, um den Schmerz des Fleisches zu fühlen und zu erleben, die Traurigkeit angesichts der Undankbarkeit, den Todeskampf und den Tod.
Jetzt, da Ich zurückgekehrt bin, um in eure Irrtümer Licht zu bringen und das zu erhellen, was ihr Geheimnisse genannt habt, sage Ich euch: Als Ich am Kreuze hing, war der Todeskampf lange, blutig, und der Körper Jesu, unendlich empfindsamer als der aller anderen Menschen, erduldete eine lange währende Agonie, und der Tod kam nicht. Jesus hatte Seine Mission auf der Welt erfüllt, hatte bereits das letzte Wort gesprochen und die letzte Lehre gegeben. Da fragte jener gemarterte Körper, jenes zerrissene Fleisch, als es die Trennung vom Geiste fühlte, schmerzerfüllt den Herrn: 'Vater, Vater, warum hast du mich verlassen?' – Es war der sanfte und leidende Klageruf des verletzten Lammes nach seinem Hirten. Es war der Beweis, daß Christus, das Wort, wirklich Mensch geworden ist in Jesus, und daß Sein Leiden real war. (BdWL 5, S. 71-74)